Achtung Bubble, Bubble.

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Immobilienpreise

Achtung! Die Blase platzt! Solche Meldungen sind in letzter Zeit häufiger zu hören. Worauf bezieht sich das? Viele warnen vor einem Platzen der Immobilien Blase. Jetzt stimmt scheinbar auch die Bundesbank in diesen Chor mit ein. Lt. einem Bericht des Handelsblatts vom November letzten Jahres spricht die Bundesbank eine deutliche Warnung aus, bezüglich der Immobilien Preisspirale. Das klingt schon irgendwie beängstigend.

Was ist überhaupt mit einer Blase gemeint? Und warum sollte sie platzen?

Von einer Blase spricht man gemeinhin, wenn es einen starken, lang anhaltenden Preisanstieg gibt, der scheinbar mit der Wertentwicklung nicht mehr vereinbar ist. Trifft das auf den Immobilienmarkt zu?

Schauen wir uns die Situation und insbesondere die Preisentwicklung zunächst etwas genauer an. Wovor genau warnt die Bundesbank? Bislang seien die Preise vor allem in Großstädten und Ballungszentren gestiegen, jetzt sei aber auch verstärkt ein Preisanstieg in der Fläche, also auf dem sog. Land zu verzeichnen.

Stimmt das? Wie sieht die Preisentwicklung aus? Im Schnitt stiegen die Preise für Wohnimmobilien nach Daten der deutschen Notenbank zuletzt um 6,1 Prozent. Na ja, nach riesiger Blase klingt das jetzt nicht gerade. Ja, es stimmt schon, es ist ein verhältnismäßig starker Anstieg, allerdings muss man sich dazu auch die Hintergründe anschauen.

Woraus ergeben sich Preise und dadurch auch die Preisentwicklung? Das ist BWL Basiswissen, der Preis entsteht unter anderem vor allem aus Angebot und Nachfrage.  Um also beurteilen zu können, ob ein Preisanstieg um 6,1 Prozent tatsächlich auf das baldige Platzen einer Blase schließen lässt, müsste man neben der Preisentwicklung auch einen genaueren Blick auf die Nachfrage werfen.

Wie sieht der Bedarf an Immobilien aus und wie entwickelt sich dieser Bedarf? Lt. einem Bericht des Spiegel vom letzten Jahr fehlen in Deutschland gut 1 Million Wohnungen. Und einem Bericht von Focus Online zufolge werden trotzdem ständig deutlich viel weniger Wohnungen gebaut, als genehmigt, geschweige denn viel weniger als benötigt werden.

Was heißt das in der Konsequenz: Die Lücke zwischen der Anzahl an Wohnungen und Häusern die dringend benötigt werden und denjenigen, die neu gebaut werden, wird immer größer, oder anders ausgedrückt, der Bedarf steigt, das Angebot dagegen nicht. Was heißt das? Wie wir in unserem Mini BWL Seminar bereits festgestellt haben, ergibt sich die Preisentwicklung aus Angebot und Nachfrage.

Wenn also die Nachfrage steigt, das Angebot aber nicht, dann müssen sich die Preise zwangsläufig nach oben entwickeln, alles andere wäre äußerst merkwürdig. Man könnte auch sagen, die Preisentwicklung im Immobilienmarkt ist, gemessen an den dort herrschenden Verhältnissen völlig normal.

Wie sieht es nun aber mit dem Platzen aus? Hier ist die Berichterstattung über die Meldung ein ganz eigenes Lehrstück. Im gleichen Artikel, der in der Schlagzeile in großen Lettern eine Warnung ausspricht, heißt es am Schluss: „Noch allerdings sieht die Bundesbank keine akute Gefahr für die Finanzstabilität“. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch ein Bericht der Wirtschaftswoche, die über den gleichen Bundesbankbericht schreibt, aber zu einem völlig anderen Fazit gelangt:  „Nicht die Immobilienblase platzt, sondern der Traum vom Eigenheim“ und weiter: „Die Hauspreise klettern und klettern. Eine gefährliche Finanzblase? Nein – aber gerade das ist das Beunruhigende daran.“

Gibt es also Grund zur Sorge, wegen einer bald platzenden Immobilienblase? Wohl kaum, im Gegenteil, es gibt eher Grund zur Sorge vor einem weiteren Preisanstieg. Denn eines ist klar, ein solcher Preisanstieg ist nicht gesund, weder für Investoren, noch für potentielle Eigenheimbesitzer.

Was lernen wir daraus? Nicht so schnell ins Bockshorn jagen lassen, es ist immer hilfreich, tiefer hinter die Oberfläche zu schauen, übrigens ist das eine unserer vornehmsten Aufgaben mit diesem Blog. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, unter anderem Nachrichten rund um das Thema Immobilien durch Hintergrundinformationen richtig einzuordnen.

 

Wie sehen Sie die Situation?

Glauben Sie, dass es eine Blase gibt, die bald platzen wird?

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