Immobilien - jetzt nur noch für Reiche?

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Immobilien jetzt nur noch für Reiche

Was hat es mit dieser – zugegebenermaßen etwas plakativen – Überschrift auf sich?

Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie gehen zum Bäcker und kaufen ein belegtes Brötchen für 2,50€.

Soweit, so gut. Und jetzt denken Sie sich 10 Jahre in die Zukunft: Sie gehen wieder zum Bäcker und bezahlen 5,50€ für Ihr belegtes Brötchen.

Was sich nach Science-Fiction anhört ist am Immobilienmarkt bereits Realität. Laut einer Untersuchung der Deutschen Bundesbank sind die Preise für Wohnimmobilien in sieben deutschen Großstädten um unglaubliche 110 % gestiegen – also mehr als das doppelte in den letzten 10 Jahren.

Wenn Sie jetzt einwenden, dass das sich nur auf die Ballungscentren bezieht – Nein – die gleiche Untersuchung mit insgesamt 127 Städten ergibt eine Preissteigerung von 90 %.

Nur damit das wirklich richtig verstanden wird: Haben Sie im Jahre 2010 ein Reihenhaus für 400.000€ gekauft – was in den Ballungscentren durchaus üblich war – dann kostet ein solches Haus jetzt etwa das Doppelte.

 

Wer kann sich das noch leisten? Und: Ist das noch ein realer Preis?

Die Frage: Macht es Sinn, jetzt Wohnimmobilien zu kaufen? Die Bundesbank spricht davon, dass sich die Preisentwicklung spürbar verlangsamt hat. Ist also alles in Ordnung? Können wir von einem weiterhin stabilen Immobilienmarkt ausgehen?
Bei dieser Frage lohnt sich eine etwas differenziertere Betrachtung. Bleiben wir bei dem Beispiel des Reihenhauses. Kaufwillige sehen sich trotz Eigenkapital und eventuellen Eigenleistungen und unter Berücksichtigung des derzeit günstigen Zinssatzes immerhin Gesamt-Finanzierungskosten in Höhe zwischen 2.000-3.000€ im Monat gegenüber.

Normalverdiener sind da außen vor – und selbst gut Verdienenden geht so langsam bei diesen Summen die Puste aus.
Offensichtlich haben sich die Preise für Wohnimmobilien bereits komplett von der „normalen“ Preissteigerung entkoppelt. Statistisch gesehen haben sich die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum gerade mal um 13,3% erhöht. Ein krasses Missverhältnis!
Was bedeutet diese überzogene Situation für Kaufwillige? Man sollte Vorsicht walten lassen!

Es war schon immer so, dass die größte Gruppe von Immobilienkäufern ganz normale Privatleute sind, nicht nur gutverdienende Ärzte, Anwälte oder IT-Manager. Wenn nun dieses Segment aber mangels finanzieller Leistungsfähigkeit als Nachfrager am Markt wegbricht, bleibt eine Preiskorrektur nur eine Frage der Zeit.

Statistisch ist das im Moment noch schwer zu erkennen, weil in den Ballungscentren nach wie vor die Nachfrage ungebrochen scheint. Gewerbliche Investoren schüren mit ihren Investitionen in Vermietungsimmobilien zusätzlich den aktuellen Hype. Allerdings ist hier laut Statistik die Miete gegenüber den Kaufpreisen wesentlich geringer gestiegen, was für die Investoren weniger Rendite bedeutet. Wie wir alle wissen ist Kapital ein scheues Reh: bei sinkende Renditen wird das Kapital aufgeschreckt und sucht sich einen anderen Grasplatz.
Wie sieht es im Ausland aus? Spanien und Irland beispielsweise erlebten 2008 eine bis dato beispiellose Finanzkrise, die unter anderem auf stark und schnell fallende Immobilienpreise zurückging. Hier wurden in kurzer Zeit über 50 % Einbußen verzeichnet. Bezogen auf unser Beispiel eingangs würde das bedeuten, dass Sie Ihr Reihenhaus für 800.000 € gekauft haben und dies jetzt einen erzielbaren Wert von 400.000€ aufweist.

Das ist zugegebenermaßen ein etwas hinkender Vergleich, aber zumindest zu einem Teil auf Deutschland übertragbar. Die Gefahr der Immobilienblase lässt sich jedenfalls nicht wegdiskutieren.

 

Was bedeutet das nun für Sie als Käufer?

Sollen Sie vom Kauf absehen oder auf einen „günstigeren“ Zeitpunkt warten? Es macht auf jeden Fall Sinn, sich nicht von der allgemeinen Hysterie anstecken zu lassen und einen kühlen Kopf zu bewahren. Zahlen Sie nicht einfach jeden Preis, weil der Markt scheinbar nur eine Richtung kennt.
Vor allem wir der Rat von kompetenten Fachleuten und Experten immer wichtiger, zum Beispiel gut ausgebildete und informierte Immobilienmakler. Gute Makler kennen den örtlichen Markt wie ihre Westentasche und raten Kaufwilligen auch schon einmal zur Zurückhaltung, wenn sich ein Kauf nicht rechnet. Gute Makler erkennen den realen Wert einer Immobilie, sehen schnell behebbare wie auch substanzielle, gravierende Mängel. Dafür haben Sie sich über die Jahre neben der guten Ausbildung eine Menge praktischen Wissens angeeignet und können dieses als Trumpf ausspielen.

Die Kunden guter Makler erhalten Informationen über gute Kaufgelegenheiten als Erste. Sollten Sie also jetzt aktuell eine Immobilie suchen, wenden Sie sich an einen kompetenten Makler, der sich für Ihre Belange zu 100% einsetzt.

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